Glücksmomente: Lernen sich selbst zu lieben

Monika-sich selbst lieben

Wenn ich Teenagern in der Bahn bei ihren Unterhaltungen zuhöre, geht es meistens um sehr große Themen. Themen, die sie unmittelbar betreffen und mit denen sie sich in ihrem Umfeld tagtäglich beschäftigen – der Schwarm aus der 10b, die nächste Party am Wochenende und die Frage aller Fragen „was ziehe ich bloß an?!“.

Ich als Erwachsene kann man mich an der Stelle entspannt zurücklegen, denn ein großer Vorteil am Älterwerden ist doch, dass mit dem Alter die Gelassenheit kommt. Ich habe damals natürlich auch diese Phasen durchgemacht, war verunsichert und habe alles in Frage gestellt. Ich habe viel ausprobiert, bin möglicherweise das eine oder andere Mal auch falsch abgebogen (der goldschimmernde Blazer mit enormen Schulterpolstern sah an Krystle Carrington vom Denver Clan irgendwie besser aus) und war entsetzt über den Pickel, der ausgerechnet pünktlich zum Wochenende auf meiner Stirn spross. „Was werden die anderen denken“ war damals wohl einer der häufigsten Sätze.

Im Laufe der Jahre aber habe ich meinen eigenen Stil entwickelt und gefunden. Mittlerweile ist es mir sogar egal, wie andere meine neue Hose finden. Solange ich mich darin wohlfühle und sie mir gefällt, ist alles andere unwichtig. Es bricht auch keine Welt mehr zusammen, wenn ich feststelle, dass der Lederbleistiftrock von damals heute nicht mehr passen würde. Dazwischen liegen auch 30 Jahre und zwei erwachsene Kinder. Ich freue mich zwar nicht, über neue Falten und schwächelndes Bindegewebe, aber ich akzeptiere es. Es gehört zu meinem Leben dazu. Die Unsicherheit von damals ist einem gesunden Selbstbewusstsein gewichen: „Ja, das bin ich, so sehe ich aus und das ist auch gut so!“.

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