Glücksmomente: Nach den eigenen Regeln leben

Monika Nach eigenen Regeln leben

„Je oller, desto doller!“ sagt wenig unverblümt ein bekanntes Sprichwort. Aber was meint dieser leicht daher gesagte Satz eigentlich? Oma, die mit ihren 70 Jahren plötzlich ihr langverborgenes Talent für lateinamerikanische Tänze entdeckt hat oder das nette, ältere Ehepaar von nebenan, dessen Wohnung man mittlerweile besser kennt als sie selber, weil sie zurzeit den brasilianischen Dschungel erkunden und man zum wochenlangen Blumengießen verdonnert wurde?

Manch einer rümpft jetzt vielleicht die Nase und denkt sich „muss das denn in dem Alter sein?“. Ich sage JA, warum denn nicht und wenn nicht jetzt, wann dann? Man ist nie zu alt, um neue Sachen auszuprobieren, seinen Horizont zu erweitern und im Zuge dessen vielleicht auch mal festgefahrene Denkstrukturen aufzubrechen.

Gerade im Alter ist es so wichtig, dass man frisch im Kopf bleibt und nicht aus lauter Bequemlichkeit in Plattitüden wie „das haben wir aber immer schon so gemacht“ verfällt. Natürlich steckt auch immer ein gewisses Risiko dahinter, bisher eingeschlagene Pfade zu verlassen und womöglich eckt man in seinem Umfeld damit an. Menschen, die nicht verstehen, warum man denn jetzt plötzlich nicht mehr jeden dritten Samstag im Monat beim Lieblingsitaliener um die Ecke essen geht. Oder die nicht nachvollziehen können, warum man sich mit Anfang Achtzig ehrenamtlich engagiert und Flüchtlingskindern bei den Hausaufgaben hilft.

Man weiß nie, ob sich hinter der nächsten Ecke nicht eine völlig unerwartete, aber unglaublich interessante Option eröffnet. Eine, die einen darin bekräftigt, das Richtige getan zu haben, auch wenn man die alte Schulfreundin von damals vielleicht mit seinem neu gefundenem Tatendrang vor den Kopf gestoßen hat. Aber so hat man die nette Mittsechzigerin kennengelernt, die gerne eine Nilkreuzfahrt machen möchte und noch eine Mitreisende sucht.

Es tut gut, immer wieder mal über den eigenen Tellerrand zu schauen, offen für Neues zu sein und sich dabei selbst zu verwirklichen. Probieren Sie es aus!

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2 Gedanken zu “Glücksmomente: Nach den eigenen Regeln leben

Aktuelle Kommentare:

  1. Von Klaudia am 23.10.2019

    Sehr verehrte Monika,wie wahr, nur ist es nicht so, das man dann auch sein Umfeld im Auge haben muss? Ist man nicht egoistisch, wenn man seine inzwischen alten Eltern ins Heim gibt, die Enkel nicht nimmt, weil sie einem zu anstrengend sind?Kann man ohne schlechtes Gewissen darüber hinweggehen, das einen die Kinder brauchen? Kann man dann genießen, seine Zeit ,, nur’’noch mit eigenem Focus zu belegen? Und was ist , wenn man selber alt wird? In die allgemein verschrieenen Seniorenheime?

    • Von Monika am 29.10.2019

      Liebe Klaudia,
      vielen Dank für Dein Kommentar und Deinen – wie ich finde – guten Einwand. Natürlich bin ich nicht der Meinung, dass man nur noch egoistisch an sich selbst denken soll. Neue Pfade einzuschlagen bedeutet für mich, immer mal etwas Neues auszuprobieren statt immer nur Routine: ein neues Hobby, ein neues Restaurant, eine Reise, eine neue Frisur. Es gibt noch so viel zu entdecken – wenn Ihr möchtet, auch mit den Enkeln oder Kindern (schließlich ist die Nilkreuzfahrt bestimmt auch für die Enkel ein besonderes Erlebnis!).
      Deine Monika

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